Die Kirchen und das Gemeinwohl

Immer wieder, hört und liest man, wie viel die Kirchen in Deutschland für den Sozialstaat tun und damit dem Staat Milliarden sparen.

Das ist schlicht unwahr.

Wahr ist, dass die Sozialeinrichtungen der Kirchen massiv Staatsmittel in Anspruch nehmen und nur zu rund 2 %  aus kirchlichen Mitteln finanziert werden. Dafür erlaubt der Staat, neben der Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer, was ihn netto 2 Mrd. € jährlich kostet,  den Kirchen eine Vielzahl von Privilegien, wie z. B. eine weitgehende Befreiung von wichtigen arbeitsrechtlichen Regelungen. Dies führt teilweise zu mittelalterlich anmutenden Arbeitsbedingungen, z. B. wenn der Arbeitgeber Mitarbeiter entlässt, wenn sie einen geschiedenen Partner heiraten.

Hinzu kommen noch direkte staatliche Zuwendungen, z. B. für Religionslehrer an staatlichen Schulen und auch die Besoldung von Kirchenfunktionären. So bezahlen z. B. auch Atheisten über ihre Steuern das stattliche Gehalt des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller, dessen Diözese sich besonders bei der Verschleierung von Mißbrauchsfällen durch Kirchenleute hevorgetan hat.

Der Staat könnte die sozialen Aufgaben, die zur Zeit kirchliche Träger in seinem Namen leisten, bei entsprechender Besteuerung der Kirchen mit Leichtigkeit finanzieren und hätte noch etwa 2,5 Mrd. € jährlich übrig für andere wichtige Aufgaben, die allen Bürgern zu gute kommen könnten.

Es wird Zeit, dass Staat und Kirche wirklich getrennt werden. Das wäre ein Akt echter, moderner Demokratie!

Quellen:

http://hpd.de/node/13112

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,699422,00.html

http://www.stop-kirchensubventionen.de/index.html

http://www.kirchensteuern.de/Texte/SubventionenBasistext.htm

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